Hallo!

Dies ist eine offene Einladung zur Teilnahme und/oder Mitgestaltung eines Treffens von FrauenLesbenTrans*Intersex (FLT*I), die Musik machen (wollen), auflegen und/oder Poetry/ Texte lesen/performen, und sich politisch verorten, bzw. einen politischen Anspruch an sich/ihre Musik/den Kontext ihres Auftretens haben.

Das Ziel ist es, ein Netzwerk, Kommunikation, Austausch, Unterstützung etc unter politisch Musik/Kunst schaffenden FLT*I zu etablieren. Als Zeitpunkt für das Treffen ist der 20.-22.9. im AZ Köln (da ist dann eh FLT*I Tag) angepeilt also steht nicht fest.

Wenn dich das interessierst, oder du mitmachen möchtest, komm am 20.4. ins AZ Köln zum FLT*I Tag, da können wir uns ab 18 Uhr besprechen.

oder schreib eine email an rebelgrrrlconvention[ät]gmx.de

oder trag dich direkt auf der emailverteilerin ein, wenn du eine politisch musik/text performende FLT*I bist: rebel_grrrl_network[ät]lists.riseup.net

Arbeitstitel: Rebel Grrrl Convention – WomenLesbianTrans*Intersex in political music

Habt auf dem Schirm, dass das hier nur ein Aufruf einer Einzelperson ist, wenn niemand dazu kommt, findet die Convention nicht statt!

Das wars in Kurzform. Nun alles ausführlicher zu Wer, warum, wozu, wann, wo, wie.

WER

Es gibt 3 Schnittmengen:

  1. von Sexismus betroffen…
  2. Musik/Kunst/Performance vor Publikum
  3. Politix

Hier eine nähere Beschreibung:

  1. Betroffen von Sexismus sind alle FLT*I (wenn auch auf sehr unterschiedliche Weise). Nicht betroffen sind Cis1 Männer. Diese möchte ich ausschließen, es gibt schon genug formelle und informelle Netzwerke für sie. Wenn du nicht weißt, ob du von Sexismus betroffen bist, guck dir die „männliche Privilegienliste“ an!
  2. Da ich ein paar FLT*I kenne, die tolle Texte/Poetry lesen, habe ich diese Kategorie auch mit reingenommen. Um die Sache einzugrenzen, würde ich aber auf den ganzen Theaterbereich erstmal verzichten wollen, es geht vor allem um Musik: Songwriting, HipHop, Heavy Metal, was auch immer…
  3. Mit politischer Verortung mein ich, dass über das Medium Kunst/Musik eine Kritik an verschiedenen Herrschaftsverhältnissen (Sexismus, Kapitalismus, Rassismus…) geübt wird und/oder dass es eine kritische Position gegenüber der eigenen kommerziellen Vermarktung gibt und/oder das eigene Auftreten/Musik machen mit einem politischen Ausdruck verbunden wird. Was das genau heißt, könnte natürlich schon das erste Thema unseres Treffens sein. Wer bestimmt, was politisch ist und was nicht? Erstmal möchte ich es dabei belassen, alle einzuladen, die sich davon angesprochen fühlen.

Natürlich ist auch unter FLT*I nicht alles Friede, Freude Eierkuchen, es gibt auch Ausgrenzungen und Hegemonien und Normativitäten. Es ist daher wichtig, dass wir alle unsere jeweiligen Privilegien2 und damit potentielle Herrschaftsweisen auf dem Schirm haben und aufeinander aufpassen. Hier ein paar Sachen zum Nachlesen, etwas für weiße Leute, was für Heten, was für Cis-menschen, was für Leute aus der Mittelschicht. Bitte ergänzt Sachen, die ihr wichtig findet!

WARUM

Ich mache jetzt seit 6 Jahren alleine Musik, seit circa 3 Jahren mit einem politischen Bewusstsein. Seit circa 2 Jahren lege ich auch auf. Ich hab mich immer als ziemlich alleine auf weiter Flur gefühlt, nicht nur eh als Frau im Musik Business, sondern vor allem in meinem Genre (Liedermacherin). Ich bin in fast allen Dingen, die mit meinem Musik machen zu tun haben, von (weißen Cis-)Männern abhängig: Aufnahmen machen, Technik erklärt kriegen, Konzerte und/oder Auflegmöglichkeiten vermittelt kriegen… Überall dort setzen Männer die Norm und wenn ich da nicht mit einverstanden bin, muss ich mich immer mit irgendwem anlegen.

Und wisst ihr was: ich hab da keinen Bock mehr drauf.

Zu oft hab ichs erlebt, dass andere Männer, im Gegensatz zu mir, viel einfacher und smoother in formelle und informelle Netzwerke aufgenommen wurden, Auftrittsmöglichkeiten gekriegt haben etc. So oft musste ich in Netzwerken Sexismus kritisieren, bzw. hab ihn gesehen und hatte keinen Bock schon wieder die einzige Frau in einem männlich dominierten Netzwerk zu sein, die ihn kritisiert. Und ich habe auch keine Konzerte gekriegt, weil ich auf mein Recht auf Definitionsmacht (von sexistischer/ sexualisierter Gewalt) bestand.

Wieviele Frauen kennt ihr in euren Genres? Ich habe erst seit ganz kurzem ein paar kennengelernt. Da ich denke, dass ich nicht alleine mit solchen Erfahrungen, Gedanken dastehe, möchte ich dem was entgegen setzen.

WOZU

Statt mich an diesen männlich dominierten Strukturen abzuarbeiten, möchte ich nun gerne ein eigenes Netzwerk von FLT*I aufbauen. Das Ziel ist vor allem der Aufbau eines Kommunikations-Netzwerks. Also:

  • Kennenlernen; wen gibt’s überhaupt? Oftmals muss eine ja mühsam suchen, um eine fitte FrauLesbeTrans*Intersex in einem beliebigen Genre zu finden
  • sich gegenseitig empowern, sich Skills und Techniken beibringen, sich gegenseitig Erfahrungen geben (wie verhalt ich mich auf der Bühne, wenn…)
  • Austausch über Sachen, die uns abnerven (Mackertum in unseren Szenen, andere Ausschlüsse etc) und die wir gut finden, die uns helfen
  • gegenseitige Unterstützung
  • sich gegenseitig zu Konzerten verhelfen
  • Tips und Trix bei Albumproduktion
  • und vielleicht kennen ja welche TontechnikerINNEN, oder andere FLT*I, die recht preiswert aufnehmen können

Also alles das, was die Männer eh seit Jahrhunderten informell in ihren white Boys Clubs machen.

Als Workshop Themen fallen mir ein

  • Auflegetechniken: Traktor und Co
  • das kleine ABC der Tontechnik
  • Label: Vorteile/Nachteile
  • Songwriting: wie geht das?
  • Bühnenpräsenz, Umgang mit nervigen Leuten im Publikum
  • was hab ich schon alles an sexistischer kackscheiße erlebt und wie kann ich mich dagegen wehren?

WANN und WO

Seit kurzem ist der 3. Samstag im Monat im AZ Köln immer FLT*I Tag, also das ganze AZ ist einen Tag Cis-Männer-frei. Ich finde, das bietet sich bestens an. Um genug Vorlaufzeit zu haben, habe ich gedacht, passt der September ganz gut, also 20.-22. September.

Am Freitag können die FLT*I entspannt ankommen, vielleicht eine KennenlernRunde machen etc. Am Samstag dann Workshops und abends Konzerte, am Sonntag Abfahrt.

Nun ist es so, dass das AZ zum Juni von der Stadt gekündigt wurde. Noch ist nicht klar, wie es weitergeht, aber ich kann mir gut vorstellen, dass es im September noch steht… gibt’s sonst andere Ideen?

WIE

Als Einzelperson kann ich leider keine großen Strukturen stemmen.

Darum kümmere ich mich:

  • Email-Verteilerin (rebel_grrrl_network[ät]lists.riseup.net) da könnt ihr euch bereits eintragen, einfach eine email an die adresse. Dieser Verteiler ist für die Planung der Convention gedacht, aber auch für darüber hinaus gehende Vernetzung unter FLT*I.
  • Pennplätze für die 2 Nächte (aber nur für höchstens 20-30 FLT*I
  • Website (rebelgrrrlconvention.blogsport.eu)

Für den Rest heißt es: DIY (Do it yourself) or DIE! Also: ich brauch ganz viel Input von euch!

Sagt Bescheid, wenn ihr Workshops machen wollt, oder an bestimmten Themen interessiert seid! Fragt ggf andere an, ob sie bestimmte Workshops machen möchten! Sagt, ob ihr dieses Konzept gut findet, was ihr kritisieren würdet! Sagt, wie ihr helfen könnt, was wir noch brauchen, was ihr machen könntet!

Vor allem: schickt dies an alle FLT*I und alle gemischten Netzwerke, die ihr kennt!

Viele liebe und feministische und aufgeregte Grüße

Krikela und Hello Shitty in Personalunion

  1. cis = alle die, die nicht trans sind. deren bei der geburt zugeordnetes geschlecht mit dem übereinstimmt, mit dem sie sich identifizieren. Hier ein Wikipedia Artikel, obwohl ich den nicht so super find. Kennt ihr was besseres? []
  2. Mir zum Beispiel ist erst seit kurzem bewusst, dass ich weiße Mittelschicht bin, und dass ich das nun weiß, und einige meiner Privilegien gegenüber People of Color kenne, heißt noch lange nicht, dass ich weder alle diese noch alle anderen meiner Normativitäten auf dem Schirm hab. PS: (Artikel von Kien Nghi Ha): „Der „People of Color“-Begriff entstammt der Selbstbenennungspraxis rassistisch unterdrückter Menschen. Er wurde im Laufe der 1960er Jahre durch die „Black Power“-Bewegung in den USA als politischer Begriff geprägt, um die Gemeinsamkeiten zwischen Communitys mit unterschiedlichen kulturellen und historischen Hintergründen zu benennen. Dadurch sollte eine solidarische Perspektive quer zu den rassistischen Einteilungen in unterschiedliche Ethnien und „Rassen“ eröffnet werden, die antirassistische Allianzen befördert.“ PPS: Mit weiß ist nicht unbedingt die Hautfarbe gemeint, sondern eine privilegierte gesellschaftliche Position in einem rassistischen System, also als weiß wahrgenommen zu werden und deshalb Privilegien zu kriegen. []

One comment

  1. Pingback: Mädchenmannschaft » Blog Archive » Doing Gender, Doing Sexism, Doing rebel grrrl convention – Die Blogschau

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